Aufbauseminare

Was versteht man unter einem Aufbauseminar (ASP) zum Punkteabbau und was ist eine verkehrspsychologische Beratung zum Punkteabbau?

Das Gesetz schreibt teilweise die Teilnahme an Aufbauseminaren zwingend vor (§ 2b StVG, § 4 Abs 3 Nr. 2 StVG) oder stellt die Teilnahme frei (§ 4 Abs 8 StVG). Je nach Punktestand bekommt man für die Teilnahme an einem solchen Aufbauseminar 4, 2 oder gar keine Punkte erlassen. Wer ein solches Seminar besuchen muss, muss dies innerhalb vorgegebener Fristen erledigen, ansonsten wird ihm die Fahrerlaubnis entzogen.

 

Nach den bisherigen Plänen des Gesetzgebers soll es künftig keine Punktereduzierung mehr geben, wenn man freiwilig an einem solchen Aufbaukurs teilnimmt. Die freiwillige Einsicht, etwas tun zu müssen, wird dann vermutlich noch stärker dem verodneten Zwang weichen müssen.

Der Ablauf solcher Seminare ist dann in § 35 ff. Fahrerlaubnis Verordnung (FeV) geregelt.

Punkteabbau (ASP)

Wie läuft ein Aufbauseminar ab?

  • 4 Sitzungen zu je 135 Minuten (im Zeitrahmen von mind. 2 max. 4Wochen)
  • mindestens 6 bis max. 12 Teilnehmer
  • nach der ersten Sitzung findet eine Beobachtungsfahrt in Gruppen von 3 Teilnehmern statt (geprüft wird nichts, nur das Fahrverhalten beobachtet). Diese Fahrprobe ist Thema der zweiten Sitzung.
  • durch gemeinsamen Erfahrungsaustausch und Analyse der bisherigen Fahrerkarriere soll dann gelernt werden, die Auffälligkeiten im Straßenverkehr künftig zu reduzieren, am besten ganz zu vermeiden.

 

Auf Antrag kann die anordnende Behörde dem Betroffenen die Teilnahme an einem Einzelseminar gestatten. Die Aufbauseminare dürfen nur von Fahrlehrern durchgeführt werden, die Inhaber einer entsprechenden Erlaubnis nach dem Fahrlehrergesetz sind (§ 4 Abs. 8 StVG).

Wer an allen Sitzungen ordnungsgemäß teilnimmt, erhält eine Teilnahmebescheinigung, die dann bei der Führerscheinbehörde einzureichen ist.

Achtung: Ein Nachholen versäumter Seminarteile ist nicht möglich! Wer was versäumt, gleich aus welchem Grund, muss das ganze Seminar neu machen.

Der Besuch eines freiwilligen Aufbauseminars (2-4 Punkte werden abgezogen) führt jeweils nur einmal innerhalb von 5 Jahren zu einem Punkteabzug. Ein Punkteabzug ist nur bis zum Erreichen von null Punkten zulässig (§ 4 Abs. 4 StVG), d.h. man kann nicht schon auf Vorrat abbauen.

Die Kosten für ein Aufbauseminar belaufen sich auf ca. 200,00 € bis 400,00 €. Bitte vorher erkundigen und auch nachfragen, wann es losgeht. Wer ein besonderes Aufbauseminar machen muss (§§ 2b Abs. 2 S. 2 StVG, 36 FeV), muss dies klarstellen, sonst bekommt er Probleme, wenn er den richtigen Nachweis nicht rechtzeitig vorlegen kann.

Verkehrspsychologische Beratung

Eine solche Beratung erfolgt nicht mehr in der Fahrschule, sondern bei einem Verkehrspsychologen, der eine entsprechende Anerkennung hat (eine Liste erhalten Sie in der Regel beim zuständigen Straßenverkehrsamt oder im Internet). Dieser benötigt von Ihnen einen aktuellen Auszug aus dem Kraftfahrt-Bundesamt, das Formular können Sie im Internet über das KBA anfordern oder über Ihren Anwalt, der sie bis dato betreut hat.

Dann finden in der Regel 3 Einzelgespräche von 60 Minuten oder 4 von 45 Minuten in einem Zeitraum von 2 bis 4 Wochen statt. Themen und Art sind je nach Fall und der Person des Betroffenen unterschiedlich. Der Psychologe unterliegt der Schweigepflicht und es gehen ohne Ihr Wollen keine Informationen nach außen. Es findet auch keine Bewertung statt. Ziel ist nur, eine ehrliche Analyse der Vorfälle zu leisten und realistische Vorsätze für die Zukunft zu formulieren, um sich möglichst vor weiteren Verstößen zu bewahren.

Am Ende erhält man eine Teilnahmebescheinigung, die dann beim Straßenverkehrsamt vorgelegt wird und zu einem Abzug von 2 Punkten in Flensburg führt. Die Kosten sind regional und nach Anbietern verschieden und liegen in der Größenordnung von 300,- bis 500,- € für das genannte Paket.

Hilfreiche Links

Bußgeldkatalog 2011

Bußgeldkatalog 2014

Unfallbericht

Musterkaufvertrag für Privatverkauf